Photovoltaic Austria Federal Association E-Mail office@pvaustria.at Telefon +43 (0)1 522 35 81 Auskunft: Mo-Fr 10-15 Uhr



Fragen und Antworten rund um die Photovoltaik


Wie komme ich zu meiner PV-Anlage?

Den organisatorischen Ablauf zur Errichtung einer Photovoltaik-Anlage finden Sie hier.


Können Sie mir Infomaterial zusenden?

Unsere Homepage ersetzt das gedruckte Infomaterial über Photovoltaik im Allgemeinen und über die in Österreich ansässigen Unternehmen. Produkt- und firmenspezifische Informationen erhalten sie bei den jeweiligen Herstellern und Mitgliedsbetrieben.

Sie können auch gerne ein Probeexemplar der Sonnenzeitung anfordern, welches u.a. auch das Magazin Sonnenstrom mit Informationen rund um die Photovoltaik beinhaltet.

Siehe www.sonnenzeitung.at


Wo finde ich Anbieter/Installateure von PV-Anlagen?

Hier auf unserer Homepage.


Warum sollte ich Mitglied bei Photovoltaic Austria werden und welche Vorteile ergeben sich aus einer Mitgliedschaft?

Gründe für eine Mitgliedschaft finden Sie hier.


Welche Installationsmöglichkeiten gibt es für eine PV-Anlage?

In Österreich wird die gebäudeintegrierte Installation von Photovoltaikanlagen angestrebt. Diese erfolgt im Besonderen an Fassaden und Dachflächen.
Grundsätzlich gibt es auch die Installation auf Freiflächen. Diese wird v.a. in Ländern wie Spanien forciert.


Wie viele Quadratmeter Modulfläche brauche ich für einen 4-Personenhaushalt?

Ein eher sparsamer 4-Personenhaushalt verbraucht zirka 3.500 kWh Strom pro Jahr. Um diese Energiemenge durch eine Photovoltaikanlage zu erzeugen benötigt man ca. 40 m² Modulfläche bei poly- und monokristallinen Zellen. Für Dünnschichtmodule benötigt man ca. die doppelte Fläche. Die Notwendigkeit der Anbindung an das öffentliche Netz bleibt jedoch aufrecht, wenn man von einer netzgekoppelten Anlage ausgeht. Inselanlagen benötigen Speichermöglichkeiten für elektrische Energie.


Mit welchen Kosten muss ich bei der Errichtung rechnen?

Die Gesamtkosten betragen zirka 5.500 - 6.000 € pro kWp installierte Leistung.
(Die Größe einer Photovoltaikanlage wird nach der Leistung des Solargenerators in kWp (Kilowatt-peak; Peakleistung = Spitzenleistung) angegeben. Dieser Wert beschreibt die optimale Leistung der Solarmodule unter genormten Testbedingungen (1000 W/m2 Einstrahlung; 25 °C Modultemperatur; 1,5 Air Mass.)


Gibt es Förderungen für eine PV-Anlage?

Es gibt zwei Arten der Förderung: Eine Investförderung als Zuschuss bei der Anschaffung oder eine Einspeisevergütung über das Ökostromgesetz. Näheres über Förderungen finden Sie hier .


Welche Lebensdauer hat eine PV-Anlage?

Die Garantie der Module für 80% der Leistung beträgt 20 bis 25 Jahre. Die Lebensdauer wird mit mindestens 30 Jahren angegeben.


Was muss bei der Auslegung einer PV-Anlage beachtet werden?

Die Anlage sollte nach Süden ausgerichtet werden und möglichst ohne Beschattung oder Teilbeschattung sein. Nähere Informationen finden Sie unter Auslegungshinweise .


Verbrauchen PV-Anlagen mehr Energie bei ihrer Produktion als sie dann erzeugen?

Nach gegenwärtigem Stand der Technik erzeugt eine Solarstromanlage bereits innerhalb von zwei bis drei Jahren (je nach Art der verwendeten Zellen) die Energiemenge, die für ihre Herstellung benötigt wurde. Danach produziert sie für die restliche Zeit ihrer auf mindestens 30 Jahre geschätzten Lebensdauer emissionsfrei Strom. Solarstromanlagen weisen also eine hervorragende Energiebilanz auf und ermöglichen eine solare Kreislaufwirtschaft, in der die Energiemenge zur Eigenproduktion selbst erzeugt wird. Dagegen verbrauchen fossile und Atomkraftwerke Energierohstoffe sowohl bei der Herstellung als auch im Betrieb.


Wie viel bekomme ich für eine kWh eingespeisten PV-Strom wenn ich keine Förderung im Rahmen des Ökostromgesetzes erhalte?

Die Vergütung für die eingespeiste kWh liegt in der Höhe des Marktpreises. Es gibt jedoch alternative Energieanbieter, die die eingespeiste kWh in der Höhe der bezogenen kWh vergüten.


Braucht man für die Errichtung einer PV-Anlage eine Bauverhandlung?

Nur wenn es sich um die Errichtung einer PV-Anlage in einer Schutzzone (z.B. Naturschutzgebiet), einem Landschaftsschutzgürtel oder auf einem denkmalgeschützten Objekt handelt. Ebenfalls nötig wird eine Bauverhandlung bei Großanlagen.

Bei PV-Anlagen in der Stmk. ist ab einer Kollektorfläche von 40 m² eine Baubewilligung nach § 19 Stmk. Baugesetz von der Standortgemeinde einzuholen. Dieser Bewilligungsbescheid wäre dam Ansuchen in Kopie anzuschließen.


Wie hoch sind die Betriebskosten einer Photovoltaikanlage?

Die jährlichen Betriebskosten liegen zwischen 0,5 % und 2 % der Investitionskosten.


Ist Solarenergie im Vergleich zu konventioneller Energie teurer?

Langfristig ist Solarenergie weitaus preiswerter als herkömmliche Energie. Derzeit ist Solarenergie noch etwas teurer, da zunächst neue technische Verfahren entwickelt und finanziert werden müssen. Daher bedürfen Erneuerbare Energien wie damals die Atomkraft einer anfänglichen Förderung, bis sie konkurrenzfähige Preise erreichen. Solarenergie ist auf dem besten Weg dahin: während die Kosten für konventionell erzeugte Energien in den letzten Jahren zunehmend gestiegen sind und angesichts endlicher Ressourcen weiter deutlich steigen werden, sind die Preise für Solarenergie dank zunehmender Massenproduktion um durchschnittlich 5% jährlich gefallen. Die Kostensenkung von Solarstrom beträgt seit 1990 ca. 68 %.


Sind Solarstromanlagen effizient?

Ja, Solarzellen haben heute einen Wirkungsgrad von etwa 15%, der kontinuierlich gesteigert wird. Das klingt gering, ist es aber nicht, denn es sind bereits etwa 50% des physikalisch möglichen Wirkungsgrades. Viele konventionelle Kraftwerke laufen noch mit Wirkungsgraden von unter 40%, obwohl die Technologie bereits seit 100 Jahren im Einsatz ist. Dabei ist der Vergleich von Wirkungsgraden fossiler und Solarkraftwerke unzulässig, denn fossile Energien sind begrenzt, weshalb sie möglichst effizient eingesetzt werden müssen, Solarenergie ist dagegen praktisch unbegrenzt vorhanden.


Können Solarstromanlagen einen nennenswerten Anteil an der Stromversorgung leisten?

Ja, alle Studien zeigen, dass die Photovoltaik langfristig ein unverzichtbarer Baustein unserer Stromversorgung darstellt. Durch den kontinuierlichen Aufbau der Solarindustrie und die Weiterentwicklung der Technologie mit entsprechender Kostensenkung wird bis 2010 etwa 1% des Strombedarfs mit Solarstrom gedeckt werden. Langfristig werden 20% bis 30% des Strombedarfs solar gedeckt werden, wobei die Einführung so schnell erfolgen muss, dass ausreichende Innovations- und Kostensenkungsimpulse ausgelöst werden, wie es derzeit der Fall ist und langsam genug, damit die Kosten der Markteinführung angemessen bleiben. Dieses Gleichgewicht ist derzeit gegeben.


Kann die Solarindustrie auch ohne staatliche Förderung wachsen?

Die Solarindustrie wird in absehbarer Zeit auch ohne staatliche Förderung auf hohem Niveau wachstumsfähig sein. Angesichts steigender Preise für konventionelle und sinkender Preise für regenerative Energien sowie einem wachsenden Exportmarkt wird dies bei Solarwärme innerhalb der nächsten fünf, bei der Photovoltaik in 10-15 Jahren möglich sein. Bis dahin ist die Markteinführung der Solarenergie auf verlässliche staatliche Rahmenbedingungen angewiesen, um konkurrenzfähig zu sein und auf dem Weltmarkt zu bestehen. Bis dahin benötigt die Industrie Investitionssicherheit für den Aufbau von Solarfabriken und ihre hohen Entwicklungsleistungen. Und die Verbraucher benötigen bis dahin einen gesetzlich abgesicherten Investitionsanreiz zur Errichtung von Solaranlagen.


Wie lange wird die Errichtung neuer Solarstromanlagen noch auf eine erhöhte gesetzliche Einspeisevergütung angewiesen sein?

Angesichts sinkender Solarstromkosten und steigender Kosten für konventionellen Strom werden Solarstromanlagen in den nächsten Jahren zunehmend wirtschaftlich. In den nächsten 10-15 Jahren wird Solarstrom günstiger sein als konventioneller Strom für Haushaltskunden.
Ein großer Vorteil von Solarstrom ist, dass er hauptsächlich um die Mittagszeit produziert wird, wenn konventioneller Strom besonders teuer ist. Solarstrom ersetzt größtenteils teuren Spitzenlaststrom zum Kundenbezugspreis, weshalb ein Vergleich zu billigem Grundlaststrom falsch wäre. Damit wird Solarstrom deutlich früher unabhängig von Fördermitteln, als bei oberflächlicher Betrachtung angenommen werden könnte. In „Inselanwendungen“ fern von Stromnetzen rechnet sich der Einsatz von Solartechnik bereits heute.


Lohnt sich in unseren Breiten überhaupt die Nutzung von Solarenergie?

Eindeutig ja. In Österreich liegt die mittlere jährliche Sonneneinstrahlung bei 1.000 kWh pro Quadratmeter. Das entspricht einem Energiegehalt von 100 Litern Öl. Damit wird mehr als die Hälfte der Solarenergiemenge erreicht, die wir in der Sahara vorfinden. Das reicht, um auch bei uns mit effizienten Solaranlagen einen erheblichen Anteil Strom und Wärme aus Sonnenkraft zu erzeugen. In südlicheren Regionen wird die Wirtschaftlichkeit nur etwas früher erreicht.
Solarenergieproduktion in Österreich lohnt sich, denn Österreich macht sich damit nicht zuletzt unabhängiger von Energieimporten aus Krisenregionen.

Ein Diagramm zur Globalstrahlung in Österreich finden Sie hier .


Können Erneuerbare Energien trotz Wetterabhängigkeit Versorgungssicherheit garantieren?

Die Zukunft der Stromversorgung besteht aus einem Mix aller Erneuerbaren Energien und einem intelligenten Lastmanagement in Kombination mit Kurzzeitstromspeichern. So werden die Erneuerbaren Energien in der Lage sein, eine sichere, klimafreundliche und nachhaltige Stromversorgung zu gewährleisten. Solarstrom steht gerade in Bedarfsspitzenzeiten (mittags und im Sommer) zur Verfügung und ergänzt sich hervorragend mit der Windkraft, deren Spitzenwerte vor allem im Winter erreicht werden. Biomasse, Wasserkraft und Geothermie stehen kontinuierlich zur Verfügung und gleichen Defizite aus.


Können Erneuerbare Energien im Konsens mit den Versorgern eingeführt werden?

Nur schwer, denn für die großen Energieversorger bedeutet eine Ausweitung des Marktanteils der Erneuerbaren Energien eine direkte Konkurrenz. Sie selbst steigen nur zögerlich in den neuen Energiemarkt ein, da sich mit abgeschriebenen konventionellen Kraftwerken und dem bestehenden Netzmonopol zum Endkunden deutlich höhere Renditen erzielen lassen als mit Erneuerbaren Energien in der Phase ihrer Markteinführung. Damit handeln sie aber gegen die Interessen der Kunden und der Gesellschaft, weil sie damit die Sicherung einer nachhaltigen Energieversorgung vernachlässigen.


Müssen nicht umfangreiche Investitionen getätigt werden, um den oft an abgelegenen Orten produzierten Strom aus Solaranlagen in das öffentliche Netz einzuspeisen?

Nein, denn Solaranlagen werden zu 90% auf Gebäudedächern installiert und speisen Strom in die bereits vorhandenen Stromnetze ein. Durch dezentrale Erzeugung nahe am Verbraucher ist das Stromnetz in der Regel problemlos in der Lage, die Strommengen aufzunehmen, weshalb ein Ausbau der Infrastruktur nicht erforderlich ist.


Gibt es genügend Fläche für die Installation von Solaranlagen?

Würde man auf 3 % der Fläche Österreichs, Photovoltaikmodule installieren könnte man den Energiebedarf Österreichs zu 100 % decken.


Klimaschutz und Energieversorgung durch Solarstrom ist derzeit z.T. noch teurer als mittels anderer Erneuerbaren Energien. Warum müssen wir Solarenergie trotzdem jetzt fördern und in den Markt einführen?

Experten sind sich darin einig, dass Solarenergie weltweit langfristig eine unverzichtbare und tragende Säule der Energieversorgung darstellen wird und innerhalb des nächsten Jahrzehnts die Wettbewerbsfähigkeit erreichen wird. Schon heute müssen die notwendigen politischen Weichen gestellt werden, um die richtigen technologischen und wirtschaftlichen Impulse in diese Richtung zu setzen. Länder, die bei der Entwicklung der Solartechnik voranschreiten und verlässliche Förderrahmen setzen, werden auch ökonomisch vom „Öl der Zukunft“ profitieren.

Wir sind die Interessensvertretung für Photovoltaik in Österreich.