Horrornacht für die PV-Förderung: Ausbauvolumen sicherstellen – Erlebnisberichte

Presseaussendung 02.01.2013 – Horrornacht für die Photovoltaik-Förderung

Presseaussendung 02.01.2013 – OeMAG – Enormer Andrang auf PV-Förderung zum Jahreswechsel

 
Nachdem in der Silvesternacht unzählige Antragsteller am Computersystem der OeMAG-Förderstelle gescheitert sind (Förderstart 00:00 Uhr), herrscht nun große Aufregung um die Photovoltaik-Tarifförderung. Stundenlang erhielten Antragsteller nur Fehlermeldungen und die Nachricht „The service is unavailable“, beim Fax erhielt man nur Besetztzeichen.

Auszug aus den unzähligen Stellungnahmen betroffener Anlagenerrichter:

Auszug 1:

Ab 23:40 Uhr war ich startklar vor meinem PC und freute mich, das ich ohne Probleme Zugriff auf die www.oem-ag.at Seite hatte.
Um 23:45 Uhr wurde diese Freude jäh gestört, da ich plötzlich keinen Kontakt mehr hatte, und somit auch keinen Registrierungs-Link erhielt.
Dann das Aufatmen. Um 0:05 und 0:12 wurden mir dann zwei Registrierungs-Links übermittelt. Doch die Ernüchterung kann prompt.
Bis 4:10 Uhr konnte ich zwar hin und wieder ein paar Eingaben tätigen, konnte diese aber nicht speichern oder gar an die OeMAG
absenden.
4:10 die Erste Anlage ist eingereicht, jetzt gleich weiter, 4:37 Uhr auch eine zweite Einreichung ist geglückt.
Und das war es, bis 6:00 habe ich unermüdlich versucht noch eine weitere Anlage zu registrieren jedoch ohne Erfolg.

Und die größte Enttäuschung kam beim Lesen und ausdrucken der automatischen Bestätigungsmail:

Leider muessen wir Ihnen mitteilen, dass aus derzeitiger Sicht das zusaetzliche Kontingent fuer die
Foerderung von Photovoltaik-Anlagen, welches auf Grund des Oekostromgesetzes 2012 mit
Inkrafttreten 1.Juli 2012 zur Verfuegung gestellt wurde, fuer das Jahr 2012 bereits erschoepft ist

Es wurden in der Folge von 4:10 Uhr bis 13:11 über 6.300 weitere Anträge bei der OeMAG eingereicht.
Alles Mögliche Anlagen die die Bevölkerung bereit ist zu errichten, nur leider ist das Kontingent bereits erschöpft.
Aber wir können ja 2014 wieder Ansuchen.

6.300 Einspeisebestätigungen wurden berechnet und zugesagt.
6.300 Ökostromanerkennungen wurden geprüft und ein Bescheid zugestellt.
6.300 Gebühren für die Ökostromanerkennungen berechnet.
6.300 Interessenten, die sich beraten lassen haben und wieder nichts vom Fördertopf abbekommen.
6.300 Gespräche, Planungen und Ertragsberechnungen von Kundenberatern, die wieder nichts als heiße Luft waren.

Auszug 2:

Es ist jetzt 2:00 /2:15 Uhr – die Silvesterfeier ist sowieso schon im Eimer!
Fehlermeldung 503 – kein Server vorhanden
Fehlermeldung 411 – Forbidden
Leere OeMAG Seite – aber es stehe „Willkommen“
usw.

Auszug 3:

Mittlerweile ist es 3:06 Uhr.
Ich Windhund habe noch keinen Antrag hineingebracht. Das System schickt mich bei den Formularen vor und zurück um mich dann wieder rauszuschmeissen.

Auszug 4:

Es gibt bestimmt lustigeres, als zum Jahreswechsel vor dem PC die Einreichung für eine Förderung zu machen!! Da erwartet man sich zumindest, dass die ÖMAG entsprechend vorbereitet ist und die Seite auch für alle verfügbar ist. „The service is unavailable“ ist das einzige was man zu sehen bekommt. Sorry, zur Auflockerung steht manchmal auch „HTTP Error 503“. So kann man nicht mit Kunden umgehen, schon gar nicht mit jenen, die auch im Sinne der bereits sehr angeschlagenen Umwelt handeln.

Auszug 5:

Sie binden hier tausende Österreicher an einem unwürdigen Termin vor dem Rechner und sind dann nicht einmal in der Lage Ihre technischen Services zu leisten. Zudem sei darauf hingewiesen, dass alle TeilnehmerInnen viel Geld (und Zeit) in die vorgelagerten Planungen und Bewilligungen investiert haben. Auch die Behörden, wie die ganz tolle FA13 des Landes Steiermark, die Bürgermeister und Sachverständigen haben sich extrem engagiert um die PV-Anlagen einreichungskonform in der Zeit hinzubringen. Stellen Sie sich die Firmen vor die auch ihre eigenen MitgharbetierInnen für diesen Abend bezahlt hatten, um dann in der Angtragflut und Ihren einhergehenden Serverdiensten unter zu gehen.

Auszug 6:

Man hatte absolut keine Chance in das System zu kommen. Ich habe von 0:00 bis 5:15 versucht auf verschiedenen Standorten in Kärnten mich einzuloggen.
Wenn ich das Einloggen geschafft habe, bin ich entweder nach gewisser Zeit wieder vom System hinausgeworfen worden, oder aber ich habe nach kompletter Eingabe und dem Button „Weiter“ der zum Ziel führen hätte sollen einfach wieder ein leeres Formular mit den selben aber leeren Eingabefeldern vor mir !

Eine seriöse Eingabe zu machen und die Sachen abzuschicken war unmöglich.
Anders jetzt vor 5 Minuten. Aktuell funktioniert das System und ich habe auch die entgegennahme der OEMAG bestätigt bekommen.

Auszug 7:

Ich bin es langsam leid, mich darüber aufzuregen, nur diese Frotzlerei können wir uns allesamt nicht gefallen lassen.
Der ganze Aufwand, der betrieben werden muss um einmalig einen Antrag zu stellen, wo man nach einem Jahr wieder herausfallen kann, ist Ressourcenvernichtung. Wir sind Menschen mit Idealen und dem Willen einen positiven Beitrag zur Energieversorgung zu leisten – aber keine Windhunde!!
Es kann nicht sein, dass einigermaßen gebildete Menschen da keine vernünftige Lösung finden.

Auszug 8:

Wenn das Ministerium schon einen an sich so unsinnigen Termin für die Fördereinreichung beschließt, dann haben sie auch systemtechnisch dafür zu sorgen, dass die Server funktionieren und dass Zuteilungsverfahren zumindest einigermaßen fair ablaufen. Das war hier sicher nicht der Fall. All jene die hier ehrlich versucht haben ihren Antrag vom PC um 0:00: und eine Sekunde abzuschicken sind sicherlich von einigen Supercomputersystemen, die offenbar das ganze System in Sekundenbruchteilen lahmgelegt hatten überrollt worden. Vermutlich braucht man da ein Glasfaserkabel mit Driektanbindung an den ÖMAG Server dass man da irgendeine Chance hat. Dem Ministerium müsste klar sein, dass in einem solch widersinnigen Antragsverfahren eine Kapazität von >50.000 Zutritten vorhanden sein müßte. Also alle „Normalbürger“ (bzw. mit langen Leitungen aus den Bundesländern) hatten da keine Chance.

Auszug 9:

Um Punkt Mitternacht war der Server der ÖMAG nicht erreichbar, weder die Website noch das Login hat funktioniert, ich habe es bis 2 Uhr früh vergeblich versucht.
Mein nächster Versuch war dann gegen 5.30 Uhr in der Früh, kurzzeitig funktioniert das System, leider jedoch auch nicht mit dem Login ( ich hab 13 Logins angelegt, für 13 Förderanträge).
Teilweise kann man sich einloggen und die Förderanträge eingeben, kann diese dann nicht senden, will man zum Förderantrag zurückkehren ist alles gelöscht.
Ich hab es dann geschafft 5 Anträge innerhalb von ca. 1,5 Stunden zu versenden, nachdem ich die Anträge mehrmals eingegeben habe – ich kenne jetzt die Kontodaten meinder Kunden schon besser als diese selber!
Jetzt (1. Jänner 2013) so gegen 7.30 Uhr funktioniert wieder überhaupt nichts, man kann sich zwar einloggen aber die Anträge nicht verschicken.

Auszug 10:

Unzählige male waren wir eingeloggt und mitten in der Dateneingabe wurden wir aus dem System geworfen. Einige Male wurde auch der IBAN nicht akzeptiert und als falscher IBAN deklariert, obwohl er eindeutig richtig war und man damit die Eingabe abbrechen musste, wenn man nicht vorher vom System rausgeworfen wurde. Ebenso war es so gut wie unmöglich am Faxgerät durchzukommen, es war grundsätzlich belegt. Es gelang uns dann in den frühen Morgenstunden einige Anlagen einzureichen, wir durften dadurch bis 5.oo früh die Zeit im Büro verbringen, wahrscheinlich komplett umsonst da die Fördermittel längst ausgeschöpft sein dürften.

Auszug 11:

Gerade in einem Superwahljahr fragt man sich ob man da als Bürger überhaupt noch von jemanden vertreten wird, es handelt sich ja nicht um eine Ebay Versteigerung, sondern um das amtliche Windhundrennen um die öffentlichen Förderungen.

Auszug 12:

Wir haben auch ausgeharrt und wollten den einen oder anderen Förderwerber betreuen, doch trotz langjähriger Erfahrung und Praxis im Umgang mit solchen verrückten Verfahren, das letzte war eindeutig das schlimmste, unprofessionellste, chaotischste und weiß Gott was noch alles … also kaum zu überbieten an Fehlermeldungen und Unzulänglichkeiten. Nicht einmal das Bestätigungsmail war korrekt und hat sich sogar noch auf das Förderjahr 2012 bezogen. Die Förderwerber sind maximal verwirrt.