Normen aus dem PV- und Speicherbereich

Bei der Errichtung von PV-Anlagen sind verschiedene rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten. Im Folgenden werden die wichtigsten rechtlichen Grundlagen sowie Normen zusammengefasst.

Maßgebliche Normen im PV- und Speicherbereich

Diese Norm ist ausschließlich für netzgekoppelte PV-Systeme erarbeitet worden und gilt nicht für Wechselstrommodulsysteme oder Systeme mit Energiespeichern (z. B. Batterien oder Hybridsysteme). Diese Norm dient Systementwicklern und -installateuren von netzgekoppelten PV-Systemen als Vorlage, um einem Kunden eine effektive Dokumentation bereitzustellen.

Der Teil 7-712 der aktuellen ÖVE E 8101 dient als Grundlage zur Planung und Ausführung von PV-Anlagen (netzgekoppelte Systeme und Inselanlagen)

M 7778 umfasst die wesentlichsten Bestimmungen und Regeln für die Planung und Montage von Solaranlagen (auf überwiegend thermischer oder photovoltaischer Basis) auf geneigten und flachen Dächern sowie Fassaden (unabhängig von der Eindeckung mit platten- oder bahnenförmig hergestellten Produkten) und freie Montagen.

Die ÖNORM EN 1991-1-3 gibt Angaben zur Bestimmung der Schneelasten für die Berechnung und Bemessung von Hoch- und Ingeneurbauten. Weiters enthält die Norm europäische Karten für die Schneelast am Boden, wobei hier in 10 Klimaregionen unterschieden wird.

EN 1991-1-4 liefert Regeln zur Bestimmung der Einwirkungen aus natürlichem Wind auf für die Bemessung von Gebäuden und ingenieurtechnischen Anlagen betrachteten Lasteinzugsflächen. Damit werden ganze Tragwerke, Teile davon oder Bauelemente, die mit dem Tragwerk verbunden sind, erfasst.

IEC 62305 enthält Anforderungen an den Schutz einer baulichen Anlage gegen physikalische Schäden mit einem Blitzschutzsystem und Anforderungen an den Schutz gegen Verletzungen von Personen durch Berührungs- und Schrittspannungen in der Nähe eines Blitzschutzsystems.

Diese Richtlinie behandelt den Schutz von Photovoltaikanlagen gegen schädliche Folgen von Blitzeinwirkungen und Überspannungen atmosphärischen Ursprungs. Sie beschreibt Anforderungen um die Sicherheit, Funktion und Verfügbarkeit der PV-Anlagen durch Maßnahmen des Überspannungsschutzes und, falls gefordert, Maßnahmen des Blitzschutzes zu gewährleisten.

Diese Richtlinie behandelt den Schutz von PV-Anlagen gegen Überspannungen. Sie beschäftigt sich mit dem Schutz von PV-Anlagen gegen transiente Überspannungen, die durch direkte und durch indirekte Blitzeinwirkungen verursacht werden.

Diese OVE-Richtlinie enthält zusätzliche Sicherheitsanforderungen und gilt für die Planung und Errichtung von PV-Anlagen an oder auf baulichen Anlagen. Sie dient auch, im Falle von komplexen bzw. von größeren Anlagen, der Behörde bzw. der Feuerwehr als eine Objektspezifische Bewertung der Sicherheitsmaßnahmen . Sieht Maßnahmen vor, dass, hervorgerufen durch einen Notfall, beim Versagen der Maßnahme des Fehlerschutzes Schutzisolierung mögliche Risiken zum Brandschutz und Personenschutz so gering als möglich gehalten werden können. Für PV-Anlagen auf Freiflächen, sogenannten PV-Freiflächenanlagen, können die Anforderungen dieser Richtlinie sinngemäß angewendet werden.

Diese OVE-Richtlinie soll zur Beurteilung von Lichtimmissionen, verursacht durch indirekte Blendung (Reflexion der Sonne durch ein PV-Modul) durch PV-Anlagen Anwendung finden. Sie gibt Anhaltspunkte welche Mindestanforderungen an ein Photovoltaikprojekt gestellt werden, um, aufbauend auf diesen beurteilen zu können, inwieweit Beeinflussungen in der (Wohn)nachbarschaft bzw. an Verkehrsträgern zu erwarten sind. Damit soll eine Entscheidungshilfe gegeben werden, wie PV-Anlagen geplant oder beurteilt werden müssen, um Belästigungen von Anrainern mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen und sicherheitsrelevante Blendungen von Verkehrsteilnehmern zu vermeiden.

Diese OVE-Richtlinie enthält Sicherheitsanforderungen und Hinweise für stationäre elektrische Energiespeichersysteme (ESS) für den Festanschluss an ortsfeste elektrische Anlagen, welche an das Niederspannungsnetz angeschlossen sind. Sie beinhaltet weiters Anforderungen und Hinweise für die Aufstellung und Unterbringung von ESS, soweit diese nicht in ÖVE/ÖNORM EN 50272-2 berücksichtigt sind.Die OVE-Richtlinie berücksichtigt verschiedene Gefährdungen, die durch unterschiedliche Betriebsarten im Netzparallel- oder Inselnetzbetrieb und bei der Umschaltung zwischen diesen Betriebsarten entstehen können.

Sie fasst die Regelung für den Anschluss von Solaranlagen und Stromspeichern ans Netz zusammen, die bisher als Einzelnormen existierten. So sind neben den den Vorgaben aus der TOR D4 auch die europäischen Gridcodes und die Normen der TOR W eingeflossen. Die ersten beiden Teile der TOR Erzeuger sind relevant. Sie regeln den Anschluss an das Nieder- und Mittelspannungsnetz von Erzeugungsanlagen.

TAEV bezeichnet die Technischen Anschlussbedingungen für den Anschluss an öffentliche Versorgungsnetze mit Betriebsspannungen bis 1000 Volt. Die bundeseinheitliche Fassung der TAEV wird seit 1956 von Oesterreichs Energie, der Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft herausgegeben.

Brandschutz | OVE Richtlinie R 11-1

Hinweisschild
PV-Anlage am Dach

Anforderungen zum Schutz von Einsatzkräften

Die OVE-Richtlinie R 11-1 :2013-03-01 enthält Sicherheitsanforderungen für Einsatzkräfte und gilt dabei  für die Planung und Errichtung von PV-Anlagen an oder auf baulichen Anlagen. Sie dient auch, im Falle von komplexen bzw. von größeren Anlagen, der Behörde bzw. der Feuerwehr eine objektspezifische Bewertung der Sicherheitsmaßnahmen zu ermöglichen.

Die Richtlinie sieht Maßnahmen vor, dass, hervorgerufen durch einen Notfall, beim Versagen der Maßnahme des Fehlerschutzes Schutzisolierung mögliche Risiken zum Brandschutz und Personenschutz so gering als möglich gehalten werden können. Für PV-Freiflächenanlagen, können die Anforderungen dieser Richtlinie sinngemäß angewendet werden.

Hier können Sie die Richtlinie käuflich erwerben: Österreichischer Verband für Elektrotechnik (OVE)

OVE Richtlinie R11-1:2013-03-01: 
PV-Anlagen – Zusätzliche Sicherheitsanforderungen – Teil 1: Anforderungen zum Schutz von Einsatzkräften

www.ove.at/webshop/ove-richtlinie-r-11-1-2013-03-01

Blendung durch PV-Anlagen | OVE-Richtlinie R 11-3

Die OVE-Richtlinie R 11-3:2016-11-01 soll zur Beurteilung von Lichtimmissionen, verursacht durch indirekte Blendung (Reflexion der Sonne durch ein PV-Modul) durch PV-Anlagen Anwendung finden. Sie gibt Anhaltspunkte welche Mindestanforderungen an ein Photovoltaikprojekt gestellt werden, um, aufbauend auf diesen beurteilen zu können, inwieweit Beeinflussungen in der (Wohn)nachbarschaft bzw. an Verkehrsträgern zu erwarten sind. Damit soll eine Entscheidungshilfe gegeben werden, wie PV-Anlagen geplant oder beurteilt werden müssen, um erhebliche Belästigungen (siehe Abschnitt 9) von Anrainern mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen und sicherheitsrelevante Blendungen von Verkehrsteilnehmern zu vermeiden. Diese OVE-Richtlinie kann sowohl bei der Blendungsprüfung in der Planungsphase als auch bei der Blendungsprüfung bei bestehenden PV-Anlagen zB. im Beschwerdefall angewendet werden.

Hier können Sie die Richtlinie käuflich erwerben: Österreichischer Verband für Elektrotechnik (OVE)

OVE-Richtlinie R 11-3:2016-11-01:

Blendung durch Photovoltaikanlagen

www.ove.at/webshop/ove-richtlinie-r-11-3-2016-11-01

PV-Kleinsterzeugeranlagen

Seit dem 12.12.2019 gilt die TOR ERZEUGER. Für Kleinsterzeugungsanlagen bis 0,8 kW werden Regelungen vorgegeben:

  • benötigt eine Rücklaufsperre beim Stromzähler
  • zwei Wochen vor Inbetriebnahme muss dem Netzbetreiber Bescheid gegeben werden (in Form eines Formulars)
  • fester Verschiebefaktor von cos φ=1
  • Erfüllung der Vorgaben aus Kapitel 5.1.3. “Wirkleistungsreduktion bei Überfrequenz (LFSM-O)”, der ÖVE/ÖNORM EN 61000-3-3+A1+A2
  • Module brauchen eine -Kennzeichnung

Im Rahmen der kleinen Ökostromnovelle wurde festgelegt, dass PV-Kleinsterzeugeranlagen keinen Zählpunkt einrichten müssen.

ElWOG Novelle § 32

ElWOG Novelle § 66

Diese (gesetzlich nicht verbindliche) Norm beschreibt den Anschluss einer Erzeugungseinrichtung an den Endstromkundenkreis als nicht normgerecht. Laut dieser Norm kann diese Anlage nur errichet werden, wenn ein Elektriker die Hausanlage kontrolliert, die Sicherungen gegebenfalls austauscht und die Steckerverbindung “Laiensicher” ist.

Diese Norm ist zwar gesetzlich nicht bindend, kann aber als Stand der Technik betrachtet werden. Interessierte und Besitzer sollten mit ihrer Versicherung etc. abklären, ob das Einbringen eines solches Systems diverse Verträge/Vorschriften verstößt.