Notpaket für Photovoltaik und Stromspeicherung bis zum Inkrafttreten des Erneuerbaren Ausbau Gesetz

 … denn der PV-Ausbau kann nicht auf neue Regierung warten

 

Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) sollte den Ausbau der Erneuerbaren Energien sicherstellen und damit bis zum Jahr 2030 100 % erneuerbaren Strom aus und in Österreich zu garantieren. Bis vor kurzem war geplant das Gesetz im Herbst zu beschließen damit es im ersten Halbjahr 2020 in Kraft treten kann. Auf Grund frühzeitiger Neuwahl kommt es nun zu dramatischen Verzögerungen (bis Ende 2020) bei der Umsetzung des EAG. Dies wiederum führt zu gravierenden Auswirkungen auf die PV-Branche, da nun Fördermittel für 2020 fehlen. Das EAG hätte hier eine Fortsetzung und endlich die, für den PV-Ausbau notwendigen, Rahmenbedingungen schaffen sollen.

 

Um den drohenden Markteinbruch von 30 Prozent, ohne EAG, zu verhindern, hat der Bundesverband Photovoltaic Austria ein Notpaket mit fünf Sofortmaßnahmen geschnürt, die es schaffen den Stillstand zu verhindern und annähernd zurück auf den dringend benötigten Ausbaukorridor zu kommen (siehe Grafik weiter unten). Dieses Paket ist als Notprogramm für 2020 dringend notwendig, um das Jahr ohne EAG überbrücken zu können. Ansonsten droht im nächsten Jahr der völlige Stillstand und damit großer Schaden für die Republik, den es mit aller Kraft abzuwenden gilt.

 

 

 

 

Der Wegfall von Fördermitteln im Jahr 2020 führt zu:

 

  • Einbruch des PV-Marktes von mindestens 30 Prozent anstatt dem angekündigten und dringend benötigten PV-Ausbau von mind. 400 MW
    (-13,3 Millionen Euro Förderbudget bedeuten den Wegfall von 60 MW neu installierter PV-Leistung)
  • Dramatischer Einbruch des Speicher-Marktes durch gänzlichen Entfall der Speicherförderung (-6 Millionen Euro Förderbudget bedeuten den Wegfall von 12 MWh neu installierter Speicherkapazität)
  • Massive Schädigung des Gewerbes durch Personalabbau und ungewisser wirtschaftlicher Lage: Verlust von 1.500 Arbeitsplätzen in der Branche die in der Zukunft für den notwendigen PV-Zubau dringend benötigt werden
  • Verunsicherung in der Bevölkerung, die gerade jetzt ein wichtiger Teil der Energiewende ist
  • Fehlende Fördermittel werfen die Entwicklung des PV- und Speichermarktes sowie die Branche um Jahre zurück und eine Zielerreichung bis 2030 wird immer schwierig

 

 

 

 

 

Folgende Sofortmaßnahmen müssen im Notpaket umgesetzt werden: 

  • Sofortmaßnahme 1: Brückenförderung mit deutlicher Aufstockung des Förderbudgets für Photovoltaik und Stromspeicherung: Für Photovoltaik-Anlagen: 24 Mio. Euro  |  Für Stromspeicher: 12 Mio. Euro
  • Sofortmaßnahme 2: Fortschreibung der bestehenden Tarifverordnung mit Tarifen für 2020
  • Sofortmaßnahme 3: Abschaffung der Eigenverbrauchsabgabe
  • Sofortmaßnahme 4: Abschaffung der Betriebsanlagengenehmigung für Unternehmen
  • Sofortmaßnahme 5: Zulassung nachträglicher Erweiterung bereits geförderter Anlagen, ohne Verlust der bereits
    existierenden Förderung

 

 

 

Das PVA-Notpaket ermöglicht:

  • Merklichen PV- und Speicherausbau statt Rückschritt
  • Sicherung des Vertrauen der Bevölkerung in ein Gelingen der Stromwende
  • Zusätzlicher PV-Zubau von 110 Megawatt
  • Zusätzliche Speicherkapazität von 46 Megawattstunden
  • Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze sowie Schaffung 2.000 neuer Arbeitsplätze
  • Investitionen und entsprechender Umsatz von 200 Millionen Euro durch die Errichtung und Planung, mit einer inländischen Wertschöpfung von 80 Millionen Euro
  • Einnahmen durch Lohnsteuer von über 4 Millionen Euro
  • Einsparung von weiteren 50.000 Tonnen CO2 und damit eine Einsparung der Kosten für CO2 Zertifikate in der Höhe von 1,3 Millionen Euro

 

 

 

 

Es muss jetzt aktiv gehandelt werden sonst:

  • verschiebt sich die Zielerreichung von 100 % erneuerbaren Strom deutlich nach hinten
  • steigen die Kosten für Energieimporte und Strafzahlungen weiter an
  • gehen Arbeitsplätze verloren die dringend benötigt werden
  • entgehen Umsatzeinnahmen durch inländische Produktion