Rückblick: Podiumsdiskussion TU-Graz

Photovoltaic Austria - P...zen Hörsaal der TU Graz

Zumindest für den Zeitraum einer Podiumsdiskussion besetzten am 18. 11. 2009 knapp 200 Photovoltaik-Interessierte den Hörsaal HS i7 der TU Graz und forderten vor Vertretern der Landtagsparteien mehr Einsatz für die Solarenergie.
Veranstaltet wurde die Diskussionsrunde von der WKO Steiermark und der PVA. Aufs Podium geladen waren Vertreter der Landtagsparteien sowie der Energiebeauftragte des Landes Steiermark, Wolfgang Jilek. Für die politischen Fraktionen sprachen Anton Gangl (ÖVP), Wolfgang Feigl (KPÖ) und Ingrid Lechner-Sonnek (Die Grünen). Lediglich die SPÖ hatte keinen Vertreter entsandt.
Die Begrüßung erfolgte durch WKO Vizepräsident Benedikt Bittmann und Professor Hans Schnitzer (TU Graz). Eingeleitet wurde die Diskussion mit einem Referat von Hans Kronberger über die Dringlichkeit einer Energiewende. Die Moderation führte Energieexperte Ulfert Höhne.

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Photovoltaic Austria - P...zen Hörsaal der TU Graz

Die ÖVP stecke noch mitten in einem Meinungsbildungsprozess, räumte Anton Gangl bei der Diskussion ein. Die Bedeutung der Photovoltaik und der Erneuerbaren im Allgemeinen, sei noch nicht in allen Köpfen angekommen. Er werde sich jedenfalls weiterhin dafür einsetzen, dass sich innerhalb der ÖVP die Diskussion „in die richtige Richtung“ bewegt.
Bei den Grünen brauche man niemanden mehr überzeugen, so Ingrid Lechner-Sonnek. Allerdings habe die Partei derzeit im Landtag zu wenig Einfluss, um Photovoltaik forcieren zu können. Von einem Geist der Energiewende sei im steirischen Landtag jedenfalls noch nichts zu spüren. „Man muss schon sehr zäh sein, um jedes Mal wieder aufs Neue in diesem Land für Erneuerbare aufzustehen“, so die Grüne Landtagsabgeordnete.
Ein Ökostromgesetz nach Vorbild des deutschen Erneuerbare Energiengesetzes (EEG) fordert einmal mehr Wolfgang Feigl von der KPÖ. Es sei doch sinnvoll, eine Technik über die öffentliche Hand zu stützen, bis sie sich wirtschaftlich selbst trägt. Außerdem entspreche die Sonne bestens der kommunistischen Weltanschauung – sie scheint für alle Menschen gleich.

Vom Publikum werden die Politiker wiederholt und dringend zum Handeln aufgefordert. Es gehe darum, im Land und auf Bundesebene den Druck für die Sache zu erhöhen, so der Sukkus vieler Wortmeldungen. Viele Diskutanten seine dem ständigen Reden und den vielen Ankündigungen überdrüssig.
Wolfgang Jilek weist darauf hin, dass allein auf Landesebene nicht ausgeglichen werden kann, was auf Bundesebene verabsäumt wird. Es brauche für die Photovoltaik ein bundesweit funktionierendes und ausreichend dotiertes Ökostromgesetz, um den Ausbau des Sonnenstroms in Gang setzen zu können. Er versuche das jedenfalls über Politik-Beratung – auch wenn sich schon so mancher Politiker als „beratungsresistent“ herausgestellt habe.
„Die Kriterien für das Energiesystem der Zukunft sind Versorgungssicherheit und Preisstabilität“, betont Hans Kronberger. Das müsse von der Politik verstanden werden. Nur der Rohstoff Licht stehe für die kommenden 5 Mrd. Jahr gratis und sicher zur Verfügung. „Die Sonne strahlt jedes Jahr das 10.000-fache der Energiemenge ein, die die Menschheit benötig“, so Kronberger.

Photovoltaic Austria - P...zen Hörsaal der TU Graz

v.l.n.r.: Anton Gangl (ÖVP), Hans Schnitzer (TU Graz), Hans Kronberger (PVA) Ernst Konrad (Landesinnungsmeister, WKO), Ingrid Lechner-Sonnek (Die Grünen), Wolfgang Jilek (Landesenergiebeauftragter), Ulfert Höhne (Moderator), Wolfgang Feigl (KPÖ).